top of page

Kasachstan-Roadtrip: Altyn-Emel-Nationalpark

Autorenbild: Christina
Christina
7. Okt.
5 Min. Lesezeit

Die erste Destination unseres Kasachstan-Roadtrip war Bashi, ein kleines Dorf vor dem Altyn-Emel-Nationalpark. Bashi ist der einzige Ort in direkter Nähe und im Vergleich zu der sehr fortgeschrittenen Stadt Almaty noch sehr ländlich. Bashi vermittelt ein Gefühl von Nostalgie und spiegelt wieder, welch ein Unterscheid in Kasachstan zwischen Großstadt und dem Rest des Landes herrscht. Durch ein paar Blogbeiträge bin ich auf das Gästehaus von Ardak gestoßen, deren hervorragende Kochkünste in quasi jeder Bewertung erwähnt wurden und daher war mir sofort klar, dass wir in dieser Unterkunft übernachten mussten. Die Zimmer sind super simpel gestaltet, es gibt keine Klimaanlage und meist teilen sich 2 Zimmer ein Badezimmer. Ich selbst (war noch nie und) bin kein Fan von Hostels und geteilten Badezimmern, aber die dortige Auswahl an Unterkünften ist nicht sehr groß und die Aussicht auf ihr wunderbares Essen hat dann doch gewonnen. Die Buchung des Zimmers war sehr unkompliziert. Ich habe Ardak bei Whatsapp angeschrieben und nach einem Zimmer für unsere Daten gefragt (man kann ihr entspannt auf Deutsch oder Englisch schreiben, sie selbst übersetzt alles via Translator und antwortet einem aber auf Russisch). Sie bietet Frühstück, Mittag- und Abendessen an und man kann sogar Lunchpakete ordern wenn man mittags unterwegs ist. Wir haben 2 Nächte bei ihr gebucht sowie jeweils Frühstück und Abendessen, was mehr als ausreichend für uns war.


Gegen frühem Nachmittag sind wir von Almaty aus Richtung Bashi gestartet und kamen zum Abendessen an. Parken durften wir direkt auf ihrem Hof. Wir wurden begrüßt und sofort zum Abendessen ins Haus gebeten. An den Tischen saß schon eine Familie aus der Schweiz (ursprünglich kamen sie sogar aus Australien), später kam noch ein älteres italienisches Pärchen mit ihrem kasachischem Guide Sergej dazu. Alle haben sich sofort völlig frei auf Englisch unterhalten, das Essen war bombastisch und sehr reichhaltig, es war ein einmaliges Erlebnis und ein wundervoller Abend. Da ein Kind der schweizer Familie am nächsten Tag Geburtstag hatte wurden wir am nächsten Morgen von deren "Happy Birthday"-Gesang geweckt und es gab zum Frühstück sogar einen selbstgebackenen Medovik von Ardak, den die Familie vorher bestellt hatte. Für mich war das natürlich ein Geschenk vom Himmel und ich kann sagen, dass es der beste Medovik war, den ich auf unserer Kasachstan-Reise gegessen habe. (Das Rezept habe ich dann auch noch später von ihr erhalten.)

Ardak organisiert auch Touren zu den Sehenswürdigkeiten des Nationalparks. Der kasachische Tourguide hatte am Abend allen Touristen nahe gelegt die Sehenswürdigkeiten nicht per eigenem Auto anzufahren, da die Straßen sehr holprig und schwer befahrbar wären und es im Himblick auf die Unversehrtheit der Mietwagen der sicherere Weg wäre. Die schweizer Familie hatte bereits die singende Düne besucht und empfand die Straße dorthin als gut befahrbar. Wir entschieden uns dazu eine Tour zu den Aktau-Montains zu buchen, um ein Gefühl für die Befahrbarkeit der Straßen zu erhalten, denn diese Strecke sollte deutlich schlimmer sein als der Weg zu der Dühne.



Tag 6: Altyn-EmeL-NationalparK: Roadtrip von Almaty nach Bashi


Die unterschiedlichsten Szenarien auf dem Weg von Almaty nach Bashi.


Ankunft in Bashi.


Guest House Ardak Bashi

Abendessen im Gästehaus Ardak.


Dorfleben in Bashi. Der Esel wanderte durch die Straßen und hat uns nachts immer mal wieder geweckt.




Tag 7: Aktau-MontainS, Katutau Mountains& Singende DÜHne


Frühstück, mit der besten Medovik-Torte die ich in Kasachstan gegessen habe.



Die Straßen im Nationalpark sind defintiv nichts für Menschen die ungern Auto fahren. Sie sind teilweise Wellblechpisten, die Fahrt ist sehr holprig und unser kasachischer Fahrer Aiden raste mit einer rasanten Geschwindigkeit einfach nur so hindurch, mit lauter kasachischer Musik aus dem Radio, uns hat die Fahrt sehr Spaß gemacht. Insgesamt müssen wir aber sagen, das wir auf unserem gesamten Roadtrip immer wieder Autos mit einem platten Reifen gesehen haben. Es kam uns sogar das Gerücht zu Ohren, dass auf den Straßen Nägel platziert werden um quasi die Wirtschaft anzukurbeln, was ich aber nicht glauben möchte. Zudem ist uns auch noch erzählt worden, dass die Autovermietungsfirmen Autos mit sehr schlechten Reifen rausgeben, in dem Wissen, dass diese diese besonderen Straßen gar nicht lange stand halten können. Daher lohnt es sich aus meiner Sicht eine Tour zu buchen.



Auf dem Weg zu den Aktau-Montains


Die Aktau-Montains sind ein Wunder der Natur. Die Farben sind knallig & intensiv, die Szenerie einfach nur atemberaubend. Die Stille vor Ort hat mich regelrecht umgehauen, ich kann mich nicht daran erinnern schon einmal irgendwo so eine Stille erlebt zu haben. Man könnte hier ewig herumwandern und dann evtentuell auch ein paar Wildtiere sehen, leider war es dafür aber einfach viel zu heiß. Ich stelle es mir dort im Frühling oder Herbst viel angenehmer vor, allerdings sind die Straßen zu Regenzeiten wohl teilweise kaum befahrbar, also ist alles gut und perfekt wie es war. Ich lasse hier die Bilder für sich sprechen.


Aktau-Montains Altyn-Emel-Nationalpark





Auf dem Rückweg haben wir dann noch bei den Katutau-Montains Halt gemacht.




Zurück bei Ardak sind wir dann doch auf unser Auto umgestiegen und auf eigene Faust zur berühmten singenden Dühne gefahren. Ehrlich gesagt habe ich nicht viel erwartet und wurde daher doch sehr überrascht. Es waren so gut wie keine Menschen vor Ort und die Szenerie war wieder unglaublich. Diese riesige Sand-Dühne mitten im Nirgendwo hat mich dann doch sehr geflasht. Da wir leider nicht mehr viel Zeit hatten (der Park schließt um 19 Uhr) mussten wir uns schon recht bald wieder auf den Heimweg machen und haben daher nicht erfahren ob die Dühne wirklich singt. (Singen soll sie wenn man von oben runterrutscht.)






Als wir am Abend zu Ardak zurückkehrten war ein ganzer Reisebus voller Touristen aus Ost-Deutschland eingetroffen und später lernten wir deren kasachischen Busfahrer Schenja kennen, der zu Zeit des eisernen Vorhangs in der DDR stationiert war. Er war hin- und weg davon, dass er mit uns Russisch sprechen konnte und bewies uns zuerst einmal seine Liebe zur DDR indem er uns sein DDR-Tattoo auf dem Oberarm zeigte und uns danach seine Liebesgeschichte mit Jaqueline erzählte, welche er dort damals heiraten wollte, was ihm dann aber von seinem Vater verboten wurde. Bis heute denkt er an diese Liebe seines Lebens und hatte sogar Tränen in den Augen als er uns seine Geschichte erzählte. (Gerade auch wegen solchen echten Geschichten von Menschen wollte ich nach Kasachstan.) Schenja bot uns auch direkt an uns bei unserem nächsten Kasachstan-Besuch direkt vom Flughafen abzuholen und wir versprachen nach Jaqueline zu recherchieren. Leider haben uns aber die Infos und Anhaltspunkte die er uns gegeben hat gar nicht weitergeholfen, selbst mit der Unterstützung von KI konnten wir keine Informationen ausfindig machen.


Guest House Ardak Bashi

Abendessen nur für uns 2.


Guest House Ardak Bashi

Frühstück mit Geschichten von Schenja.


Roadtrip Kasachstan

Das Ende vom Altyn-Emel-Nationalpark.


Meine persönlichen Eindrücke / Wissenswertes füR Den ALtyn-emel-nationalpark:


  • Bashi ist der einzige Ort in direkter Nähe.

  • Das Touristenzentrum für den Nationalpark liegt in Bashi, hier kauft man auch die Eintrittskarten, welche sehr günstig sind.

  • Die Distanzen ab Bashi zu den Sehenswürdikeiten sind groß: ca. 75 km zu den Aktau-Montains (1,5 Stunden Fahrt Minumum), ca. 60 km zur singenden Dühne (1 Stunde Fahrt Minimum). Zwischendurch kommen Schranken, die per Hand von dem jeweiligen Wachpersonal geöffnet werden müssen.

  • Man kann im Park an offiziellen Stellen auch Zelten.

  • Rückblickend würde ich nur 1 Nacht in Bashi verbringen und den Zeitplan so legen, dass man an Tag 1 die Mountains und an Tag 2 direkt nach dem Frühstück zur Dühne fährt.

  • Bashi ist wirklich sehr ländlich und "einfach". Es gibt sehr kleine Haus-Supermärkte. Einer verkauft wohl auch selbstgemachtes Milcheis (dieses war spät abends leider schon ausverkauft). Abends spielen die Kinder auf der Straße und um 22 Uhr gehen die Straßenlichter aus, danach ist es stockduster im Ort.

  • Guest House Ardak ist meine absolute Empfehlung. Wir haben sehr nette und hilfsbereite Menschen in diesem Ort erlebt und kennengelernt.

 
 
 

Kommentare


Back-Blog. ChristinasBackliebe.

© 2026, Christina Paul. Alle Inhalte auf dieser Website, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt.

Das Urheberrecht liegt, soweit nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, bei Christina Paul. 

bottom of page