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Sfogliatelle - eigentlich gar nicht so schwer

  • Autorenbild: Christina
    Christina
  • 4. Juni
  • 3 Min. Lesezeit
Selbstgemacht!
Selbstgemacht!

Ich liebe das Internet dafür, dass ich immer wieder und beständig neue Lebensmittel, Gerichte und auch Backwaren aus der ganzen Welt kennen und lieben lernen kann. Auf Sfogliatelle wurde ich auch durch Instagram aufmerksam, da ich jemandem gefolgt bin, der gerade im Itlaien-Urlaub war und dabei das erste Mal Sfogliatelle aß. Ich war (wie immer) sofort hooked und wollte wissen was genau dies sei und wie es wohl schmecken würde. Es war übringens 2018, das weiß ich noch genau und ich glaube kurz darauf habe ich dann den italienischen Lebensmittelladen in Köln entdeckt und mir tiefgefrorene Sfogliatelle zum Aufbacken gekauft. Geschmacklich waren sie in Ordnung, aber ich war soo interessiert wie sie wohl frisch schmecken würden? Ganze 3 Jahre hat es gedauert bis ich dann in meinem langerträumten Sizilien-Urlaub Sfogliatelle verfallen bin. Eigentlich waren es die Cannoli, die ich bis dahin heiß und innig liebte und in Sizilien genießen wollte und dann lernte ich echte frische Sfogliatelle kennen. Außen unglaublich knusprig - der Crunch beim Reinbeißen ist unnormal - und Innen gefüllt mit meinem geliebten Ricotta oder einer fantastischen Pistaziencreme die ich bisher noch nicht so kannte. Meine Urlaubsbegleitung und ich waren einfach nur süchtig danach und verspürten beide einen leichten Abschiedsschmerz, als wir uns von den sizilianischen Köstlichkeiten verabschieden mussten. Im darauffolgenden Jahr konnte ich dann das neapoletanische Gebäck in seiner Herkunftsstadt Napoli genießen und bin den Empfehlungen diverser Dolci-Experten gefolgt und habe mich für die Zugfahrt von Napoli nach Tropea mit den besten Sfogliatelle Neapels eingedeckt. Es gibt zwei Arten Sfogliatelle: Die knusprigen blättigen, "Riccia" genannt und aber auch welche aus Mürbeteig, "Frolla" genannt. Zweitere kommen für mich niemals an den Knusper-Traum "Riccia"ran, haben aber warm auch sehr lecker geschmeckt. Auch wenn ich danach noch einmal auf Sizilien war und vermutlich hier und da welche genossen habe, so bleibt die Erinnerung an die Perkektion aus San Vito Lo Capo bestehen, nichts kommt an das Gebäck dort ran und ich muss wohl nur deshalb noch einmal dorthin (der Strand und das Meer dort sind aber auch eine Reise wert).


Sfogliatelle in San Vito Lo Capo, Sommer 2021


Lange habe ich nicht mehr wirklich gute Sfogliatelle gegessen. Ein paar wurden am Gardasee probiert, ein paar im italienischen Supermarkt mitgenommen, aber nie konnte ich meinem Freund richtig nahe bringen warum ich dieses Gebäck so unglaublich lecker finde.



Bis zum letzten Wochenende! Denn am vergangenen Freitag hatte ich spontan festgelegt, das Projekt Sfogliatelle endlich anzugehen. Ricotta hatte ich noch im Kühlschrank, die restlichen Zutaten wie Mehl, Wasser & Salz hat man ja eh immer da, denn mehr kommt nicht in den Teig rein. Okay okay, an dieser Stelle muss ich zugeben: Richtig gutes italienisches Mehl (14% Protein) wird sehr empfohlen und ich habe auch noch feinkörnigen Hartweizengrieß sowie Schweineschmalz besorgt (hatte ich tatsächlich nicht standardmäßig zuhause :D)).

Und so konnte es dann losgehen und was soll ich sagen? Es macht unglaublich viel Spaß dieses Gebäck herzustellen. Eine elektronische Pastawalze ist sehr von Vorteil, denn der Teig ist aufgrund der niedrigen Hydration sehr fest und nicht so einfach per Hand auszurollen. Und Ausrollen muss man ihn, bis er quasi fast durchsichtig ist. Mein Pastamaker hat mir dabei sehr geholfen und dank der guten Beschreibung von Pastigioca hat die Herstellung wirklich easy peasy geklappt, ich war selbst total überrascht. Ich denke es ist auch von Vorteil ein wenig Ahnung und Geschick im Umgang mit einem Teig zu haben und wie immer ist das Wichtigste überhaupt die Geduld. Das Rezept gibt es bei, hier gibt es auch Videos zur Herstellung, ich kann es wärmstens empfehlen.


Der erste Bissen in mein erstes selbstgemachtes Sfogliatelle war zunächst ernüchternd: Hätte ich den Zucker in der Füllung doch nicht reduzieren sollen? Denn der erste noch warme Bissen schmeckte etwas zu herzhaft, ich hatte Sorge. Ein zweiter Biss mit mehr Füllung für die Balance hat mich dann doch aufatmen lassen: Perfektion - ich liiiiebe es! Warm und kalt. Insgesamt habe ich am Abend vier Stück verdrückt, sie schmecken einfach zu gut. Mein Freund bekam am nächsten Tag die welche mit als Pausen-Snack für die Arbeit un schrieb mir dann "Mein neues Lieblingsgebäck". Was will man mehr?




 
 
 

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